Geo-Jobs Geo-Berufe - Geographen und ihr Markt - Aufbaustudiengänge - Geographie in der Praxis - Links Geo-Berufe(gekürzte Fassung) Arbeitsmarkt Für Geographen aller Fachrichtungen ist der Arbeitsmarkt seit einigen Jahren sehr angespannt. Zwar haben sich in jüngerer Zeit für sie auch neuen Beschäftigungsfelder ergeben, etwa durch den Umwelt- und Naturschutz, die Landschafts- und Stadtplanung oder durch den Fremdenverkehr. Aber insgesamt ist das Stellenangebot relativ begrenzt - und vor allem viel zu gering für die jährlich auf den Markt drängenden Absolventen. Die wenigen Stellenangebote für Geographen kommen derzeit überwiegend von Planungsbüros. Sie suchen Geographen als Gutachter oder Sachverständige für die Stadt-, Regional- und Landesplanung sowie für den Umwelt- und Naturschutz. Hier stehen die Geographen allerdings in Konkurrenz zu ausgebildeten Planern sowie zu Vermessungs- und Bauingenieuren. Die wenigen Stellenangebote aus dem Bauwesen setzen speziellen Kenntnisse zur Erstellung von Baugrundgutachten voraus. Kartierungsarbeiten werden momentan nur selten in Auftrag gegeben. Insgesamt haben die Geo-Berufe sehr darunter zu leiden, daß der öffentliche Dienst als Arbeitgeber derzeit weitgehend ausfällt - nur wenige Angebote kommen derzeit aus seinen Reihen. Universitäten, Institute oder Laboratorien bieten selten Positionen an. Allzusehr bestimmen die leeren Kassen dieEinstellungspolitik. In der Privatwirtschaft ergeben sich die Einstiegschancen bei Ingenieursbüros, geologischen Beratungsbüros oder im Consultingbereich. Im Umweltschutz, der von vielen erhofften Wachstumsbranche, hat sich noch kein bedeutsamer Beschäftigungszuwachs ergeben. Außerdem - hier sehen auch andere Naturwissenschaftler ihre Chance. Tätigkeitsfelder für Geographen Die Arbeitsplätze für Geographen finden sich im Schulbereich (Lehramt an Gymnasien und Realschulen), wo allerdings die Einstellungssituation derzeit wenig günstig ist. An den Universitäten gibt es nur wenig Beschäftigungsmöglichkeiten für Geographen. Information und Dokumentation Ein großer Teil der Geographen arbeitet in Tätigkeitsbereichen, in denen es um die Datenherstellung und Datenvermittlung raumbezogener Erscheinungen und Sachverhalte geht. Ähnlich wie der Bereich Umwelt und Landschaft hat dieses Berufsfeld in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Es umschließt alle Aufgabenbereiche der Sammlung, Aufbereitung, Speicherung und Vermittlung raumbezogener Informationen. Dazu gehören u.a. die amtlichen Statistik, die empirischen Sozial- und Marktforschung, Bibliotheken und Archive, Informationsbanken und Organisationen, Militärgeographie, Verlagswesen, Massenmedien, Öffentlichkeitsarbeit, Fremdenverkehr und Touristik sowie Berufsfortbildung und Erwachsenenbildung. Um diese Aufgaben wahrnehmen zu können, müssen Geographen im Umgang mit Geoinformationssystemen und rechnergestützten Kartenherstellungsverfahren geübt sein. Raumentwicklung/Räumliche Planung Die Tätigkeitsfelder reichen von der Bundesraumordnung über die Landes- und Regionalplanung bis hin zur Stadtentwicklungsplanung auf kommunaler Ebene. Hizu kommen die Aufgaben der raumbezogenen Fachplanungen, also Tätigkeitsbereiche in Dienststellen der Fachministerien auf Bundes- und Landesebene. Geographen benötigen gute Allgemeinkenntnisse in der Statistik und den rechtswissenschaften, um zu empirisch und juristisch abgesicherten Ergebnissen zu kommen. Von Wolfgang Henniger; aus "Ihre berufliche Zukunft", Heft 26. 1995 Geographen und ihr Markt(Rezension des DVAG-Buches) Ein hilfreiches Buch für Diplom-Studierende
Aufbaustudiengänge: Ausweg oder Abstellgleis?Antworten gibt eine Untersuchung der HIS (Hochschul-Informations-System GmbH). Warteschleife Aufbaustudium? Welche Funktionen erfüllen die Aufbaustudiengänge in Deutschland: Spielen sie Karriereleitern, fungieren sie als Nachholqualifikation oder sind sie die Wartehalle des überfüllten Arbeitsmarktes? Die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS), Hannover, beschäftigt sich in einer Untersuchung mit diesem Thema. Für Hochschulabsolventen stellt sich zunehmend die Frage nach Möglichkeiten, ihre berufliche Wettbewerbsfähigkeit beispielsweise durch akademische Zweitqualifikationen zu verbessern. Die Nutzung und die Motive für ein solches Aufbaustudium beleuchtet eine Untersuchung der HIS. In der Regel hat ein Aufbaustudium für die Hochschulabsolventen zwei eng miteinander verknüpfte Hauptfunktionen: die Verbesserung der beruflichen Chancen und die Befassung mit fachlich interessierenden Inhalten. Dabei zeigt sich, daß der eigentliche Zweck des Aufbaustudiums, die Spezialisierung in einem beruflichen Fachgebiet, für den Nutzer nur von mittlerer Bedeutung ist. Relativ hoch ist dagegen der Stellenwert des Aufbaustudiums als Chance zur Aufarbeitung von Defiziten aus den vorangegangenen Qualifikationsanstrengungen. Da es sich aber bei Aufbaustudierenden um eine tendenziell leistungsstärkere Teilgruppe der Erstabsolventen handelt, mutmaßt die HIS, daß die Defizite weniger in fachlichen Grundlagen, als vielmehr in fächerübergreifenden und praxisrelevanten Aspekten der Qualifikation gesehen werden kann. Die Vermutung einer Entwertung des Aufbaustudiums als Wartehalle des Beschäftigungssystems für leistungsschwächere und deshalb schwerer zu vermittelnde Absolventen kann die HIS nicht bestätigen. Somit bleibt das Aufbaustudium ein Weg der zielgerichteten beruflichen Profilierung für eine Minderheit besonders motivierter und leistungsfähiger Erstabsolventen. Gleichwohl hat die Beschäftigungskrise manchen Ingenieur und Naturwissenschaftler zum Aufbaustudium bewogen. Kein Anlaß besteht allerdings zur einer Stigmatisierung von Pädagogen, Geistes- und Sozialwissenschaftlern als angebliche Verlierer im Feld der akademischen Disziplinen. Für sie stand überdurchschnittlich häufig Neigung gepaart mit beruflichen Nutzungserwägungen im Vordergrund der Motive für die weitere Bildungsentscheidung. Die Finanzierung des Aufbaustudiums erfolgt häufig auf mehreren Wegen gleichzeitig. Am häufigsten leben Aufbaustudierende von Einkünften, die sie aus regulärer Erwerbstätigkeit oder aus Jobs beziehen. Die zeitliche Überschaubarkeit und berufliche Zielgerichtetheit des Aufbaustudiums bewegt Eltern offenbar leichter zur materiellen Unterstützung dieses Qualifizierungsweges als zur Finanzierung eines weiteren akademischen Vollstudiums. Geographie in der PraxisDurch die internen Spezialisierungsmöglichkeiten und die sehr große Vielfalt von Nebenfachkombinationen ergeben sich im Vergleich zu anderen Studienfächern relativ individuelle Ausbildungsgänge, die jeweils unterschiedliche berufliche Tätigkeitsfelder eröffnen. Private Wirtschaft (50% der Absolventen)
Öffentlicher Dienst (35%)
Sonstiges (15%)
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